Wir gehen in die Hundeschule, wir üben „Sitz“ und „Platz“, wir investieren Zeit und Geld. Doch manchmal will sich der Knoten einfach nicht lösen. Der Hund zieht weiterhin an der Leine, pöbelt oder ignoriert uns, sobald die Ablenkung zu groß wird. Wir fragen uns: „Was mache ich falsch? Warum ist mein Hund so kompliziert?“
Die Wahrheit, die ich in meiner täglichen Arbeit in Duisburg und Umgebung oft ausspreche (und die anfangs für viele ein kleiner Schock ist) lautet: Hundetraining ist in Wahrheit zu 80 % Menschencoaching.
Dein Hund ist ein Spiegel
Hunde leben im Hier und Jetzt. Sie reagieren nicht nur auf das, was du ihnen sagst, sondern auch auf das, was du ausstrahlst. Deine Anspannung, deine Ungeduld, dein Stresslevel oder deine Unsicherheit. Dein Hund nimmt das alles wahr, bevor du überhaupt das erste Kommando ausgesprochen hast.
Wenn du angespannt bist, weil du weißt, dass gleich der 'Leinen-Pöbler' von gegenüber kommt, merkt dein Hund das sofort. Er interpretiert deine Anspannung als Warnung: „Da kommt Gefahr, ich muss mich verteidigen!“
Das Ergebnis? Der Hund benimmt sich genau so, wie du es befürchtet hast. Nicht, weil er 'böse' ist, sondern weil er auf deine (ungewollten) Signale reagiert.
Warum das 'Arbeiten an sich selbst' kein Vorwurf ist
Oft höre ich: „Willst du damit sagen, dass ich schuld bin?“
Nein. Es geht nicht um Schuld. Es geht um Verantwortung und Veränderung.
Wenn du lernst, an dir zu arbeiten, passiert etwas Magisches:
Deine Souveränität wächst, weil du ruhiger wirst. Wenn du gelassener in schwierige Situationen gehst, gibt das deinem Hund die Sicherheit, die er braucht, um sich an dir zu orientieren.
Deine Klarheit steigt, denn wenn du genau weißt, was du willst und wie du es vermittelst, muss dein Hund nicht mehr raten. Missverständnisse lösen sich in Luft auf.
Die Verbindung vertieft sich. Denn wahre Bindung entsteht nicht durch Kommandos, sondern durch Verständnis und gegenseitigem Vertrauen.
Der Wandel im Training
In meiner Arbeit gehen wir weg von der reinen 'Kommandogeberei'. Wir schauen darauf, wie du als Mensch auftrittst.
Wie ist deine Körperhaltung?
Wie ist dein Timing?
Wie gehst du mit eigenen Fehlern um?
Dein Hund braucht keinen Drill-Instructor. Er braucht einen Partner, der seine eigenen Emotionen im Griff hat, der Grenzen klar kommunizieren kann und der ihm Sicherheit bietet.
Dein erster Schritt
Der nächste Spaziergang ist die beste Gelegenheit für eine kleine Bestandsaufnahme. Bevor du das nächste Mal frustriert bist, halte kurz inne und atme tief durch. Frage dich mal: „Was strahle ich in diesem Moment aus? Bin ich gerade mental bei meinem Hund oder hänge ich gedanklich noch bei dem Stress von heute Morgen?“
Veränderung beim Hund beginnt immer bei dir. Wenn du dich veränderst, folgt dein Hund. Nicht, weil er muss, sondern weil er es will. Weil er endlich den Menschen hat, dem er vertrauen kann.
Du hast das Gefühl, ihr dreht euch im Kreis und möchtest deine eigene Rolle im Training besser verstehen?
Lass uns gemeinsam schauen, was hinter dem Verhalten deines Hundes steckt und wie du gelassener und klarer in den Alltag startest.
Lass uns über deine Herausforderungen sprechen. Ehrlich und ohne leere Versprechungen.